Feinstoffliche Erscheinung – im Treppenhaus posierte das schwebende Wesen vor einem Dutzend Fotografen
 

GEISTreicher Foto-Grundkurs..von Benjamin Franz

Glücklicherweise klickten ein Dutzend Kameras, als sich spät Abend´s im Studienheim St. Josef eine unglaubliche Erscheinung zutrug. Zu später Stunde hielten sich nur noch die Teilnehmer einer Fotoveranstaltung im alten Gebäude auf. „Sich ein Bild machen.“ , so hatte der KUNSTbeTRIEB für den Fotografie-Grundkurs geworben, was sich dann vor den Augen und Objektiven präsentierte, würde man nur aus Erzählungen sicher als Hum- bug belächeln.

Als der praktische Teil des Workshops schon beenden war und Kursleiter Benjamin Franz die Teilnehmer wieder ins Atelier der Kunstschule führen wollte, kam es im Treppenhaus zur merk- würdigen Begebenheit. Eine Licht-Erscheinung materialisierte sich auf dem Treppenabsatz und schwebte der staunenden Gruppe entgegen. Das feinstoffliche Wesen hatte die Gestalt eines En- gels, goldenes Haar und makellose Gesichts- züge. GEISTESgegenwärtig schickten sich die Fotografenmeute an die flüchtige Gestalt mit den Kameras zu dokumentieren. Ein regelrechtes Blitzgewitter setzte ein und ebenso plötzlich, wie das geheimnisvolle Wesen erschienen war, ver- wand es auch wieder.

Natürlich wurde die Fotoausbeute sofort gesichtet und als sich die Aufregung wieder legte, dann auch gleich besprochen. Nachträgliche Bildbe- arbeitung war ohnehin das abschließende Thema des Abends und Benjamin Franz erklärte, dass man solche Geister-Aufnahmen auch geschickt mit einem Bearbeitungsprogramm wie Photoshop

 
oder Gimp montieren könnte und Fotos damit schon lange als Beweismittel ausgedient hätten. Wie aber alle Teilnehmer beschwören können wurde hier nicht getrickst. Zumindest nicht nach- träglich. Die Kamera stand auf einen Stativ. Die Treppe wurde 15 Sekunden lang belichtet, währ- end Model Jessy Baumgartner langsam die Stu- fen herabschritt. Mit einem Blitzgerät, das ent- fesselt, also nicht auf der Kamera, sondern in der Hand manuell gezündet wurde, hat kurz vor Ende der Belichtung der vermeintlichen Geistergestalt die nötige Schärfe verpasst. Ohne Blitz hätte das hübsche Mädel im Nachthemd nur schemenhaft Spuren im Foto hinterlassen. Es geht also auch ohne aufwendige Montage, nur mit einem Kam- era-Klick. Was sich noch alles mit einem Foto- apparat anstellen lässt, hatten die Kursteilnehmer schon in einem bildreichen Vortrag erfahren. Ben- jamin Franz dozierte über die Vorteile von Kom- pakt- oder Spiegelreflexsystemen. Er stellte das Zusammenspiel von Blenden und Verschlusszei- ten vor und zeigte wie sich der „Goldene Schnitt“ oder diagonale Strukturen im Bild als Gestalt- ungsmittel auswirken. Noah, der Sohn des Kurs- leiters posierte im praktischen Teil der Veranstalt- ung als angeschlagener Boxer, während sich Jessy Baumgartner mit Windmaschine und Stu- diolicht als „Beauty“ inszenieren ließ. Interes- sante Fotos zu machen ist keine Zauberei, auch wenn das GEISTERbild im Treppenhaus darauf schließen lässt. Eine Folgeveranstaltung ist in Planung, Infos www.kunstbetrieb-cham.de Sollten noch weitere Spukbilder auftauchen und ein Heer von Geisterjägern in Cham einfallen, immer schön skeptisch bleiben. Manches ist eben nicht so wie es scheint.
Wirkungstreffer – Benjamin Franz gibt Tipps, sein Sohn hängt in den Seilen

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